NRW muss mehr Dormagen wagen: Bildungspolitik mit Zukunft
Während die Landesregierung die Pläne als wichtigen Schritt zur verbesserten Sprachförderung bewirbt, schlägt ihr ein Sturm der Entrüstung entgegen. Ein breites Bündnis aus Verbänden, Gewerkschaften und Initiativen lehnt die Reform als ineffizient und schädlich ab. Zu den prominenten Kritiker:innen zählen pädagogische Fachverbände, die eine faktische Entwertung der täglichen Kita-Arbeit beklagen, sowie Gewerkschaften wie die GEW und ver.di, die vor einer bloßen Symptombekämpfung angesichts des massiven Fachkräftemangels warnen. Statt Kinder dort abzuholen, wo sie stehen, drängt man sie in ein defizitorientiertes System, das zudem den Mangel an kindheitspädagogischem Fachpersonal in den Schulen völlig ignoriert. Auch Elterninitiativen kritisieren die geplante Trennung der Kinder von ihren vertrauten Bezugspersonen sowie die belastenden Anfahrtswege für Vier- und Fünfjährige. Unterstützt wird dieser Protest von Trägern der freien Wohlfahrtspflege; sie bewerten den Einsatz von jährlich über 100 Millionen Euro für Bustransfers und digitale Technik als am eigentlichen Bedarf vorbeigeplant. Diese Mittel, so die Kritik, würden an der Basis zur Stabilisierung des Kita-Alltags weit dringender benötigt. Selbst Kinderrechtsorganisationen warnen davor, das Kindeswohl durch die frühe Einbindung in ein schulorientiertes Leistungssystem zu gefährden.
Mathias Junggeburth bekräftigt: „Mein festes Ziel ist es, das Dormagener Modell auf ganz NRW auszuweiten. Ich möchte die bewährten Stärken dieses Ansatzes zum landesweiten Standard zu machen. Wir müssen Kitas so ausstatten, dass sie für jedes Kind ein verlässlicher Ort für die besten Startchancen sind.“
Auch Chantal Messing sieht darin den Schlüssel für ein starkes NRW: „Mein Antrieb ist es, NRW zum kinderfreundlichsten Bundesland zu machen. Wenn wir frühzeitig und gezielt in unsere Kinder und deren Bildung vor Ort investieren, legen wir das Fundament für ein gerechtes Morgen – das ist die beste Investition in unsere Zukunft.“
Mit diesem zukunftsorientierten Blick suchen die Landtagskandidierenden der SPD gemeinsam mit Gewerkschaften, Initiativen und Verbänden den Dialog mit der Landesregierung, um die bildungspolitischen Leitplanken in den kommenden Jahren aktiv mitzugestalten. Ihr gemeinsames Ziel ist ein Nordrhein-Westfalen, in dem jedes Kind – unabhängig von seiner Herkunft oder dem Geldbeutel der Eltern – beste Bedingungen zur Entfaltung seiner Talente vorfindet. „Das Dormagener Modell ist Vorreiter, Mutmacher und der Beweis, dass eine bildungsorientierte Politik, die auf Kontinuität und Nähe setzt, der wirksamste Motor für gesellschaftlichen Fortschritt ist“, so Junggeburth und Messing.

