21. Juli 2026
Reformen aus Berlin – Teil I: Krankschreibung ab dem 1. Tag

Ich bin mit mehreren der geplanten Reformen der Bundesregierung nicht einverstanden. Dies ist „Teil I: Krankschreibung ab dem 1. Tag“

Die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag ist ein originäres Vorhaben der CDU/CSU und für die SPD ein Kompromiss, um Karenztage zu vermeiden.

Mit diesem Vorhaben bin ich aus mehreren Gründen nicht einverstanden:

🩺 Massive Überlastung der Arztpraxen: Hausärztinnen und Hausärzte sowie ihre Praxisteams arbeiten schon heute am Limit. Zusätzliche, medizinisch nicht notwendige Termine verschärfen die Situation weiter.

‼️ Blockierte Kapazitäten: Wer lediglich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung benötigt, belegt Termine, die für akut oder schwer erkrankte Menschen dringend gebraucht werden.

🦠 Höheres Infektionsrisiko: Voll besetzte Wartezimmer erhöhen das Ansteckungsrisiko. Gleichzeitig gehen viele Beschäftigte aus Sorge um die Krankschreibung trotz Krankheit zur Arbeit. Das begünstigt verschleppte Erkrankungen und führt am Ende eher zu mehr als zu weniger Ausfalltagen.

📞 Abschaffung der telefonischen Krankschreibung: Warum? Für noch mehr Bürokratie? Es gibt bislang keine belastbaren Zahlen, die belegen, dass die telefonische Krankschreibung zu einem Anstieg der Krankschreibungen geführt hat.

💡 Die Alternativen:

1️⃣ Entlasten statt zusätzlich belasten: Die telefonische Krankschreibung muss erhalten bleiben und durch digitale Angebote wie Videosprechstunden sinnvoll ergänzt werden. Das entlastet Hausarztpraxen spürbar.

2️⃣ Mehr Vertrauen in die Menschen: Die überwältigende Mehrheit der Beschäftigten geht verantwortungsvoll mit einer Krankschreibung um. Politik sollte dieses Vertrauen stärken, statt pauschal Misstrauen zu vermitteln.

👉 In Kürze folgt Teil II

Teile den Beitrag mit Deiner Community!